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Studienseminar Hildesheim für das Lehramt an berufsbildenden Schulen |

Im Januar 2026 besuchten angehende Lehrkräfte des Studienseminars Hildesheim LbS die Jugendanstalt Hameln. Unter Leitung von Frau Löchelt erhielten die Teilnehmenden einen vielschichtigen Einblick in sozialtherapeutische Arbeit, schulische und berufliche Bildungswege sowie die Rahmenbedingungen des Jugendstrafvollzugs.
Was erwartete uns in der Jugendanstalt?
Die Jugendanstalt verfügt über rund 680 Plätze und ist derzeit mit ca. 400 Inhaftierten belegt. Untergebracht sind Jugendliche und Heranwachsende zwischen 14 und 24 Jahren im Wohngruppenvollzug mit Einzelhafträumen und Gemeinschaftsbereichen. Täglich ist eine Freistunde im Außenbereich vorgesehen.
Sozialtherapie: Konzept und Voraussetzungen
Zu Beginn stellte die Jugendanstalt ihr sozialtherapeutisches Konzept vor. Die Angebote richten sich an junge Inhaftierte mit schweren Delikten oder auffälliger Mehrfachdelinquenz. Voraussetzung der Teilnahme sind u.a. mindestens 18 Monate Resthaftzeit, ausreichende Deutschkenntnisse und eine grundlegende kognitive Eignung. Die Therapie gliedert sich in Orientierung, Behandlung (u. a. Einzel- und Gruppengespräche, Sozialkompetenztraining) und Entlassungsvorbereitung mit Blick auf Wohnen und Arbeit.
Schule und Beruf: Wege eröffnen
Ein zweiter Schwerpunkt war die Berufswegeplanung, die in der Regel ab der dritten Haftwoche startet. Sie kombiniert Eignungsdiagnostik mit passgenauen Bildungsangeboten: Ausbildungsgänge in zahlreichen Fachbereichen, Berufseinstiegsschule bei fehlender Ausbildungsreife sowie Haupt- und Realschulabschlüsse. Die praktischen Ausbildungen orientieren sich an regulären Standards und werden mit realen Aufträgen umgesetzt.
Impulse für die eigene Praxis
In der Reflexion wurden Gemeinsamkeiten zwischen Jugendvollzug und Berufseinstiegsschule deutlich: Lebensweltorientierung, Förderung von Alltagskompetenzen, individuelle Förderplanung und das Ziel der gesellschaftlichen Integration. Zugleich gibt es markante Unterschiede: ein stärker therapeutischer Fokus im Vollzug, institutioneller Zwang und eine strukturierte Anpassung des Unterrichts.
Fazit
Die Exkursion zeigte, wie eng pädagogische und therapeutische Ansätze im Jugendvollzug verzahnt sind und wie konsequent Bildung als Schlüssel zur Resozialisierung genutzt wird. Für die angehenden Lehrkräfte der beruflichen Bildung bot der Besuch wertvolle Impulse – von der Diagnostik über die Unterrichtsgestaltung bis zur Übergangsbegleitung in Ausbildung und Arbeit.
Wir danken dem Team der Jugendanstalt Hameln herzlich für die informative Führung und die Möglichkeit zu diesen Einblicken.
Bericht von Maximilian Nüßler
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Anfang März 2026 stand unser Seminartag im Fachbereich Agrarwirtschaft ganz im Zeichen der Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Veranstaltung führte uns an die Justus-von-Liebig-Schule Hannover und direkt in die Arbeitswelt des Pflanzenschutzamts der Region Hannover.
Unterrichtsbesuch bei unserer Fachleiterin
Der Tag begann mit einem spannenden Unterrichtsbesuch in einer Klasse der Berufsfachschule dual. Der Fokus der beobachteten Stunde lag auf dem Thema „Hautanhangsorgane gesund halten", einem zentralen Bestandteil des Schwerpunkts „Anatomische und physiologische Grundlagen von Tieren".
Im anschließenden, konstruktiven Austausch wurden die didaktischen Entscheidungen und die Umsetzung im Klassenzimmer reflektiert. Auch die besonderen Anforderungen der Schulform diskutierten wir im Anschluss im Plenum und ordneten sie in den aktuellen bildungspolitischen Kontext ein.
Exkursion ins Pflanzenschutzamt Hannover
Im Pflanzenschutzamt Hannover erhielt unsere Seminargruppe bei der Führung durch Labore und Hallen Einblicke in die Umsetzung des Pflanzenschutzgesetzes in Niedersachsen.
Die Veranstaltung war geprägt von fachlichen Schwerpunkten in folgenden Bereichen:
- Nematologie: Einblick in die Arbeit mit Fadenwürmern.
- Herbologie: Analyse von Problemunkräutern und deren Verbreitungswege.
- Anwendungstechnik: Praktische Aspekte des Pflanzenschutzes.
- Sachkundenachweis: Diskussion der praktischen Herausforderungen und kritischer Punkte bei der Prüfung.
Offener Dialog und Zukunftskooperationen
Fachlich begleitet wurde die Exkursion von Frau Janina Rathmann (Leiterin des Sachgebiets Überwachung, Sachkunde und Anwendungstechnik) sowie deren Kollegen aus der Abteilung Nematologie. Alle zeigten sich außerordentlich gastfreundlich und offen für eine zukünftige Zusammenarbeit im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit.
Fazit
Unser Seminartag stellte eine äußerst gelungene Verbindung aus Unterrichtsbeobachtung, fachlichem Diskurs und praxisnahen Einblicken in die behördliche Arbeit dar. Er hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, angehende Lehrkräfte nicht nur theoretisch, sondern auch mit realen Bezügen aus dem Berufsalltag zu versorgen.










